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Carnaval de negros y blancos

Posted on 13. Januar 2009 by Sandy

Bevor ich den richtigen „Carnaval“ erleben durfte, fuhren wir mit allen Mädchen nach Chachagui zum Baden. Vielleicht könnt ihr euch noch daran erinnern, dass dies das Weihnachtsgeschenk für die Mädchen war. Sie freuten sich natürlich riesig darauf und zur Überraschung von allen, planten sie sogar eine Übernachtung ein. Die Universität Mariana hat in Chachagui eine Art Lagerhaus, welches wir benutzen durften. So hatten wir viel zu packen von den Nahrungsmitteln über die Badehosen bis hin zu Matratzen und Wolldecken, denn die Mädchen schliefen alle in einem grossen Saal, da die Lagerzimmer bereits für den nächsten Besuch vorbereitet waren.
Am 4. Januar fuhren wir dann endlich am Nachmittag um 16.30 Uhr ab. Nach einer Dreiviertelstunde kamen wir in Chachagui an und obwohl das Wetter nicht schön war, sprangen die Mädchen gleich in den Pool. Sie tobten sich richtig aus, bis sie beinahe erfroren. Nach dem Nachtessen erfreuten sich die Einen wiederum am Baden in der Dunkelheit bis um 21.30 Uhr und die Anderen genossen die Spielzeit mit mir. Wir haben Marinas neue Spiele mitgenommen. Die Mädchen sind verrückt nach „Skip-bo“ genau wie ich. Nochmals herzlichen Dank Marina. Die Mädchen stehen nun jeweils bereits um 8.00 Uhr vor meiner Zimmertüre und holen sich die neuen Spiele ab. Da sie hier ja immer noch Weihnachtsferien haben, geniessen sie die Spielzeiten sehr. Ich erklärte es einigen und nun zeigen die Mädchen es den anderen weiter. Mittlerweile können es beinahe alle… ah ja, aber wir waren ja beim Ausflug nach Chachagui stecken geblieben. Am anderen Morgen war natürlich auch wieder Baden angesagt. Leider machte aber auch an diesem Tag das Wetter nicht recht mit. Als es am Nachmittag für zwei Stunden doch noch richtig sonnig wurde, ging ich mit zwei Mädchen noch ein wenig spazieren und dann ging es schon wieder ums Packen. Da unsere Chauffeuse Hermana Maria Adelina von einer Wespe ins Auge gestochen wurde, kam ich doch tatsächlich noch in den „Genuss“ des Autofahrens. Auf dieser kurvigen Bergstrasse kam ich doch ein wenig ins Schwitzen ohne Servolenkung. Bergauf musste ich alles im zweiten Gang fahren, da das Auto nicht wirklich viel Kraft hat … bei uns wäre ein solches Auto auf der Strasse schon lange nicht mehr zugelassen. Es wurde aber vor zwei Monaten frisch vorgeführt. Aber ich führte einige der Kinder und das ganze Gepäck sicher nach Pasto.

Am anderen Morgen war kam dann der langersehnte „Carnaval“. Der „Carnaval de Negros y Blancos“ ist, nach dem Karneval von Barranquilla, der zweitgrößte „Carnaval“ von Kolumbien, und einer der wichtigsten Lateinamerikas. Er findet jedes Jahr, am 5. (Tag der Schwarzen) und 6. Januar (Tag der Weißen), in Pasto, Kolumbien, statt.
Den Tag der „Negros“ haben wir natürlich verpasst, dafür feierten wir den der „Blancos“ in vollen Zügen. Nur kurz zum Mittagessen waren wir im Hogar. Bereits am Morgen um 9.00 Uhr fand der erste Umzug statt natürlich mit „Carossen“ und viel Schaum und weissem Pulver. Wie ihr auf den Fotos erkennen könnt, ist auch das „Cruz roja“ (Rote Kreuz) stets mit einer Barre zu diensten. Die laufen mit dem Umzug mit. Da dieser „Carnaval“ in Pasto so ein riesiges Kulturfest ist, kommen extrem viele Menschen und Touristen aus allen Regionen herangereist. Der „Plaza de Carnaval“, der sich mitten in der Stadt befindet, ist übervoll und auch die Strassen. Man hat kaum die Möglichkeit einen guten Platz zu ergattern, um den Umzug zu sehen. Um einige Fotos zu machen, durfte ich auf eine Leiter klettern, die ein Herr mit an den Umzug genommen hatte. Da das Wetter wirklich sehr gut mitmachte, machten wir kurz vor dem Mittag eine Pause im Schatten eines Baumes auf dem „Plaza de Carnaval“ und wir wurden noch weisser als wir schon waren.
Nach dem Mittagessen kam dann auch Hermana Angela mit uns. Sie liebt den Carnaval. Um 13.00 Uhr sollte der Umzug mit den grössten „Carossen“ beginnen, als wir kurz nach 14.00 Uhr am „Plaza de Carnaval“ waren, begann er gerade. Natürlich waren wir viel zu spät dran, um einen guten Platz zum Zuschauen zu bekommen. Wir entschieden uns, der Strasse entlang zurück zu laufen, um einen geeigneten Ort zu suchen, aber dies war unmöglich. Nach zwei Kilometern Suche, fanden wir einen Platz mit ein bisschen weniger Menschen. Die Mädchen zwängten sich nach vorne und setzten sich an den Strassenrand, aber die Riesenwagen kamen einfach nicht. Alle warteten geduldig, die Sonne brannte uns auf die Köpfe, aber nichts geschah. Eineinhalb Stunden später verliessen die ersten Leute die Strasse nach einer weiteren halben Stunde strömten Unmengen von Menschen die Strasse entlang. Nach einer weiteren halben Stunde, waren wir so zu sagen die Einzigen, die noch am Strassenrand sassen, die „Carossen“ aber immer noch nicht in Sichtweite. Wenigstens hatten wir jetzt einen Platz in der ersten Reihe. Nach einer weitern Wartezeit kamen dann endlich die riesigen „Carossen“ und auch die Strassen füllten sich sehr schnell wieder mit Menschen. Wir hatten den besten Platz und das lange Warten hatte sich wirklich gelohnt. Die Wägen waren so riesig und kunstvoll gestaltet und geschmückt. Meistens wurden sie von einer Musikgruppe und Tänzern begleitet. Ich konnte leider nur einige Fotos machen, da ich bereits den zweiten Fotoapparat innerhalb von drei Wochen zerstört habe. Er fiel mir auf den Boden …. so doof, jetzt, wo wir einen so tollen Platz hatten. Falls es euch jedoch interessiert, könnt ihr auf der Website unter folgendem Link die Fotos vom 6. Januar anschauen. Sie sind wirklich sehr beeindruckend. Gewonnen hat die „Carosse“ mit der weinenden Frau, dem Adler und Löwen.

http://www.carnavaldepasto.org/6/Album1.htm

Übermüdet und mit einem roten Kopf, trotz Sonnenschutz, kamen wir am Abend glücklich, zufrieden und reich von Eindrücken im Hogar an. Die Mädchen hatten wirklich ihren Spass mit Hermana Angela und mir, da wir alles mitmachten von Schaum bis hin zu zentimeterdickem weissem Pulver auf dem Kopf. Dazu ist unsere Fasnacht in der Schweiz kein Vergleich.

Da ich ja nun kaum mehr Arbeit hatte und die Mädchen immer noch Ferien haben, begann ich mit den Jüngeren Bettchen für ihre Puppen zu schreinern. Leider habe ich natürlich dazu keine Fotos mehr, wegen der kapputen Kamera, aber sie wurden wirklich schön. Wenn sich die Kamera flicken lässt, werde ich noch Fotos nachschicken. Die Mädchen waren wirklich sehr fleissig und hatten viel zum Schleifen, danach malten wir die Bettchen in verschiedenen Farben an. Jetzt fehlen nur noch die Kissen und Decken, die wir nächste Woche noch nähen werden… tja und damit beginnt dann auch schon meine letzte Woche hier im Hogar. Die Mädchen jammern jetzt schon und meinen, dass ich nicht gehen dürfe. Ich werde die Zeit hier sicherlich noch in vollen Zügen geniessen und vermutlich wird es mir dann schlussendlich auch nicht so leicht fallen Abschied zu nehme, denn alle hier sind mir doch sehr ans Herz gewachsen, Hermanas und Mädchen.

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