Seit unserem letzten Beitrag sind schon fast wieder drei Wochen vergangen. Drei Wochen, für uns eine kurze Zeit hier in Kolumbien. Viel ist wieder geschehen und von einigem wollen wir berichten. Um euch an unseren reichhaltigen Eindrücken teilhaben zu lassen, haben wir wieder jede Menge Fotos ins Album hochgeladen (nicht vergessen, auch die Passwort geschützten Bereiche anschauen).
Wie ja bereits berichtet, haben wir aus der Schweiz ein Fondue erhalten. Dieses haben wir zubereitet und zusammen mit den Schwestern so richtig genossen. In der Küche haben wir ein Fondurechaud gefunden. Die Hermanas wussten zwar nicht, was das für eine komische Pfanne sein soll und haben nicht schlecht gestaunt, als wir darin den heissen, flüssigen Käse servierten 😉 Alle Schwestern haben von dem Fondue erst zögerlich probiert, dann gemerkt, dass es ihnen supergut schmeckt und zum Schluss hatte es „fast“ zu wenig. Um das Ambiente ein klein wenig abzurunden, haben wir noch eine Flasche Weisswein gekauft. Es war dies wieder einmal mehr ein super toller Abend, den wir zusammen erleben durften und viel gelacht haben. Da Hna Angela der erste und Francois der zweite Brotklumpen in den Käse gefallen ist, „durfte“ Francois abwaschen und wurde durch Hna Angelas Gesang begleitet.
Am vorletzten Wochenende waren wir in Las Lajas, nahe der Ecuadorianischen Grenze. Las Lajas ist eine Wallfahrtskirche. Die ursprünglich errichtete Kapelle wurde immer wieder vergrössert, bis zum heutigen Stand. Eine wunderschöne Kirche, die auf einer Brücke über einer Schlucht steht. Das Spezielle, der Altar ist direkt in die Felswand hineingebaut Exakt an dem Ort, an welchem um das Jahr 1754 das taubstumme Waisenmädchen – heute Virgen del Rosario – eine Erscheinung hatte und die folgenden Worte sagte „La mestiza me llama …“
Was läuft sonst noch so im Hogar? „Tejer“ ist angesagt …. Sandy bringt den Mädchen stricken bei. Hna Maria Adelina hat allen Mädchen Wolle gekauft. Und diejenigen, die ihre sonstigen Aufgaben erledigt haben, dürfen unter Anleitung von Sandy beginnen einen Schal zu stricken. Schon wieder ist eine neue Euphorie ausgebrochen … Die Umhängetaschen, die die Kinder genäht haben, können nun bereits sehr gut für „d’Lismätä“ gebraucht werden.
Ein spezielles Erlebniss für uns, die Schwestern und die Kinder war der Besuch von Marina, der Cou-Cousine von Francois (wir haben schon in einem früheren Beitrag über unser spezielles Kennenlernen berichtet). Sie wurde von den Schwestern herzlich und von den Kindern stürmisch empfangen. Für uns war dies ein amüsantes Schauspiel, so mitzuerleben, wie die Kinder auf neue „Schweizer“ zugehen; so wie wir es bei unserer Ankunft auch erlebt haben. Wir freuten uns sehr darüber, dass Marina uns und die Kinder fast eine Woche lang in unserm Alltag begleiten konnte. Sie half beim Stricken, beim Zuschneiden von Schürzen für die Küche und verbrachte viel Zeit beim Spielen und Plaudern mit den Kindern.
Zum zweiten Mal haben wir, diesmal mit Marinas Hilfe und den Kindern zusammen Rösti gemacht (16 KG Kartoffeln plus Zutaten). Wiederum hat „Rösti und Gschnetzlets“ allen supergut geschmeckt. Marina meinte, dass es schon noch lustig sei, zuerst müsse sie nach Ecuador reisen, um ihren Cou-Cousin in Cuenca kennenzulernen und dann nach Kolumbien, um zu lernen, wie man eine richte schweizer Rösti kocht 🙂 Am Samstag waren wir mit Marina an der Laguna de la Cocha, um ihr die „kleine Schweiz“ von Kolumbien zu zeigen.
Da die Kinder wissen, dass Francois schon bald in die Schweiz zurückkehren wird, haben sie gemeint, Marina könne doch gleich hier bleiben und seine Stelle übernehmen. Marina jedoch nutzt den ihr verbleibenden Monat, um noch mehr vom wunderschönen Kolumbien kennnen zu lernen.
Einen Tag später kam bereits der nächste Besuch aus Salinas, Ecuador. Simon aus Diepoldsau, ein Volontär, den wir an den Vorbereitungswochenenden kennen gelernt haben und seine Begleiter. Prospero ist Ecuadorianer und die rechte Hand des Padres in Salinas, Francesca macht ebenfalls in Salinas ein drei monatiges Volontariat. Simon ist bereits seit neun Monaten in Ecuador und spricht dementsprechend gut spanisch. Die drei haben uns einen Tag lang begleitet. Am Morgen waren einige Gruppenspiele angesagt, die von Prospero initiiert wurden. Die Kinder genossen diese Zeit und vergassen fast die Schule. Unsere kleinste verliebte sich regelrecht in Simon und schleppte ihn überall hin mit. Leider verliessen uns die drei am folgenden Tag schon wieder. Wir freuen uns jedoch aufs abgemachte Bratwurst bräteln mit Simon am Matz.
Ich (Francois) geniesse hier im Hogar de Maria noch die letzten wenigen Tage. Denn am Montag reisen Sandy und ich für eine Woche nach Quito. Sandy muss für einige Tage ins Ausland, da sie nur ein Touristenvisum hat. Ich werde dann am Samstag, 30. November meinen Rückflug in die Schweiz antreten und Sandy kehrt nach Kolumbien zurück.