Diese Woche haben wir die Mädchen bei ihren Ämtli und in ihrer Freizeit begleitet. Natürlich nebst den regulären Aufgaben, die wir hier im Hogar haben. Zur Zeit werden die verschiedenen Gärten rund um die Häuser bestellt. Es wird gejättet, umgegraben, neue Beete angelegt und natürlich auch gesät. Ist ja wohl klar, dass Sandy nicht einfach nur zuschauen konnte, sondern mithelfen musste. Das immer gleiche Klima hat bei der Gartenarbeit einen grossen Vorteil. Es kann das ganze Jahr über immer wieder gesät und geerntet werden. Gepflanzt werden Zwiebeln, Rüebli, Radischen, Gurken, Randen, Kohl und natürlich jede Menge Mais, den Weissen und den Gelben, den wir auch in der Schweiz kennen.
Es gibt immer wieder Freiräume, in denen es die Mädchen geniessen, wenn wir Zeit mit ihnen verbringen. So haben sie uns letzte Woche ihre Kartentricks gezeigt und wir ihnen die uns bekannten. Auch das UNO ist ein beliebtes Spiel geworden. Ein weitres Mal waren wir mit vier Mädchen, die schulfrei hatten, in dem nahe gelegenen „Parque infantil“ (öffentlicher Spielplatz).
In dieser Woche durften wir Hermana Maria Adelina in die Stadt begleiten, um einige sinnvolle Anschaffungen zu machen. So haben wir beispielsweise zwei Nähmaschinen gekauft, damit die Kinder das Nähen und Kleiderflicken lernen können. Ebenso darf Sandy für die „Cabaña Suiza“, den Gemeinschaftsraum, neue Vorhänge nähen, damit es einheitlich aussieht. Wir haben dazu einen schönen, weinroten und preisgünstigen Stoff gefunden.
Zum Gedenken an den Todestag von „San Francisco de Assisi“ wird jeweils neun Tage davor, eine kurze tägliche Andacht von den Kindern, den Tias und den Hermanas vorbereitet und durchgeführt (Novena). Dabei wird aus der Bibel gelesen, Lieder gesungen und gebetet. Wir geniessen es, diese Gemeinschaften mitzuleben. Für die Franziskaner Ordensschwestern ist dies eine wichtige Zeit, da von Francisco de Assisi die Idee und der Geist für diesen Orden entstammt. Für uns ist es interessant, mehr von den Hintergürnden der Franziskanerinnen zu erfahren. Am ersten Tag durften alle eine Film des Lebens von Francisco de Assisi sehen. Francois hat danach natürlich sofort im Internet Recherche betrieben und einiges über diese Persönlichkeit nachgelesen.
Am Freitag wurden die Geburtstage dieses Monats von fünf Mädchen, einer Tia (Tante Erzieherin) und Hermana Maria Adelina gefeiert. Die Cabaña wurde von einer Schwester und einigen Kindern sehr festlich geschmückt. Jede Familie bereitete einen Beitrag als Geschenk für die Geburtstagskinder vor. Dies sieht jeweils sehr unterschiedlich aus, in Form eines Theaters, eines Tanzes oder eines Liedes. Auch wir haben uns natürlich gerne daran beteiligt und haben das Lied „Absolut Nummer 1“ vorgetragen. Natürlich machten alle die dazugehörigen Bewegungen mit. Einige versuchten sich sogar beim schweizerdeutschen Singen. Das war wirklich ein riesen Spass.
Wie auch bei einem Geburtstag in der Schweiz, gab es eine Torte und für einmal speziell Süssgetränk. Auch ein kleines Geschenk für jedes Geburtstagskind gehörte dazu. Zum Schluss eines jeden Festes hier im Hogar, wurde natürlich auch diesmal getanzt und laut Musik gehört.
Jedes Wochenende ist eine andere Familie (Gruppe) für das Kochen und den Küchendienst zuständig. Gekocht wird unter Begleitung einer Hermana natürlich für das ganze Hogar, rund 30 bis 35 Personen. Jeden Samstag werden zudem den halben Tag Empanadas (gefüllte Teigtaschen) in Handarbeit hergestellt. Die Empanadas werden sehr gerne gegessen und die auf Vorrat hergestellte Menge reicht einige Tage aus.