In der letzten Ferienwoche haben die Mädchen die freie Zeit genossen. Sie spielten Basketball, Fangen, Hüpfspiele und vieles mehr. Ein neues Spiel haben sie dazu gelernt: Gummitwist, wie man es in der Schweiz spielt. Als wir die Mädchen fragten, ob sie denn „Gummitwist“ kennen, haben sie nur komisch geschaut. Also sind Sandy und ich in die Stadt gegangen und haben Hosengummiband gekauft – wir möchten hier noch anmerken, 8 Meter für 2000 Pesos, ca. 1 Franken – und ein Gummitwist „hergestellt“. Einige der Mädchen konnten sich sofort für das neue Spiel begeistern und üben unter unserer Anleitung fleissig die verschiedenen Figuren und Sprünge. Mittlerweile fragen die Kinder täglich nach dem Gummitwist, denn die Mädchen lieben Bewegungsspiele und wir hüpfen fleissig mit.
Apropos Bewegungsspiele. Diese sind hier auch wichtig, um sich beim kalten Wetter aufzuwärmen. Auch die Hermanas machen davon Gebrauch und spielen ab und zu nach dem Mittagessen mit den Kids Basketball. Diese gemeinsamen Zeiten geniessen die Mädchen besonders.
Im Fotoalbum bekommt ihr einen ersten Eindruck vom Hogar de Maria. Wir wohnen im türkisfarbenen (hellblau/grün) Häusschen. Beim genauen Betrachten der Fotos seht ihr vor unserer Türe ein rosarotes Absperrgitter.
Neben den Kindern und Schwestern wohnen hier auch Enten, Hühner, Hasen und vier drei Wochen alte Conejitos (Häschen). Die Mädchen umsorgen die Tiere sehr, füttern, streicheln und pflegen sie.
Die Schwestern haben so im Gespräch erfahren, dass wir am 17. September Hochzeitstag haben. Ohne Vorankündigung wurden wir am Mittag mit einer Torte und einem Gläschen Wein überrascht. Natürlich durfte auch die passende Musik nicht fehlen. Zuerst ertönte aus dem CD-Player der Hochzeitsmarsch und danach noch einige romantische Stücke. Dieses kleine Fest bereitete uns viel Freude.
Allgemein verstehen wir uns sehr gut mit den Schwestern und Francois versucht auch in Spanisch seine Witze zu machen. Wahrscheinlich stimmt rein sprachlich nicht alles, aber die Schwestern amüsieren sich köstlich daran.
In der letzten Woche bestand die Arbeit von Sandra darin, für acht Mädchen der Primarschule je ein Delantal (Schürze, welche zur Schuluniform gehört) genäht. Natürlich musste Sandra erst Schnittmuster in verschiedenen Grössen angefertigen und jedes Kleid einzeln der Figur des Kindes anpassen. Mucho trabajo. Sandy näht ja sehr gerne und so hatte sie eine erfüllte Woche. Einzelne Mädchen haben sehr oft beim Nähen zugeschaut und nach Möglichkeit geholfen. Immer mehr Mädchen kamen mit ihren Lieblingskleidern, die unbedingt geflickt werden mussten. Den grösseren Mädchen hat Sandy gezeigt, wie man die Kleider mit der Nähmaschine flicken oder bspw. einen Hosenbund kürzen kann.
Die Mädchen erledigen im Allgemeinen gerne Handarbeiten, wie Bändeli oder Rosenkränze knüpfen, Kissen besticken und weiteres.
Francois hat begonnen den Mädchen Computerunterricht zu geben, denn auch hier ist der Computer wichtig und Hausaufgaben können in den höheren Klassen an diesem erledigt werden. Jeweils vier Mädchen pro Tag lernen auf unterschiedlichem Niveau den Umgang mit modernen Medien.
Da der Fachmann ja gleich im Hause ist, fragen auch die Hermanas häufig nach Tips und Tricks.
Abschliessend möchten wir noch sagen, dass es wirklich stimmt, das mit dem Temperament im Blut. Ständig läuft irgendwo Musik und es wird wenn immer möglich dazu getanzt und gesungen. Es ist herrlich ihnen dabei zuzusehen, auch gefällt uns der Gesang, denn schon die kleinen Mädchen kennen ein riesiges Repertoire an Liedern und haben wirklich schöne Stimmen.