Skip to content

family rappoberger

abenteuer beginnen da wo pläne enden

Menu
  • Geschützte Seiten
  • Willkommen
  • Unsere Kontaktdaten
Menu
Posted on 18. August 2008 by Francois

Liebe „Daheimgebliebene“

Schon wieder ist eine Woche vergangen. Uns gefällt das Leben immer besser hier. Wir haben uns sehr gut eingelebt, an das Klima gewöhnt, lernen viel und geniessen die freie Zeit mit neu gewonnen Freunden. Auch freuen wir uns immer wieder über Nachrichten aus der Schweiz.

Letzte Woche haben wir einige Schnappschüsse von Cuenca, unseren Mitstudenten aus diversen Klassen und den beiden Wochenendausflügen nach „Chobshi“ und „Ingapirca“ gemacht.

Die Schule bietet zusätzlich zum üblichen Stundenplan diverse Angebote an, wie Kulturklassen, Koch- und Tanzkurse, Filmabende uns organisierte Wochenendausflüge. Manche Angebote haben wir bereits genutzt, wie bspw. die Filmabende, an denen immer ein Film aus südamerikanischer Produktion gezeigt wird. Im Fotoalbum findet ihr einige Eindrücke, aus dem Kochkurs, in welchem immer ein typisch ecuadorianisches Gericht zubereitet wird. Es gab Fruchtsaft aus Melone, gemischter Salat mit Tomaten und Gurken und Kartoffeleintopf mit Milch und Käse zubereitet (ähnlich wie Älplermakaroni). Da es zu den Hauptmalzeiten eigentlich immer Reis gibt, genossen wir die feinen „Härdöpfel“ sehr. Wie wir mittlerweile erfahren haben, gibt es hier in Ecuador 17 verschiedene Kartoffel-Sorten. Mmmmhh … meint Sandy … 😉

In den letzten zwei Wochen hatten wir in der Schule sehr viel Grammatik und sechs Zeitformen. Wir haben gemerkt, dass uns dies überfordert, da wir nebst den Hausaufgaben gar keine Zeit mehr hatten, gelerntes zu vertiefen und zu praktizieren. Wir haben desshalb beschlossen, ab der dritten Woche, zwei Lektionen mehr pro Tag mit einer Profesora zu buchen.

Da wir die Photos nicht beschreiben, kommen auch immer wieder Fragen zurück. So zum Beispiel, ob wir die Kleider auch im Fluss waschen müssen?
Viele Indigenas waschen ihre Kleider, wie zu früheren Zeiten, im Fluss. Die Kleider werden beidseitig mit Seife eingerieben und auf grossen Steinen geknetet, geschruppt und danach wieder ausgewaschen. Die Kleider werden nach dem Waschen auf der Wiese, am Flussufer, zum trocknen ausgelegt. Das ganze ist ein sehr aufwändiger Prozess, der oft mehrer Stunden dauert. Die ganze Familie ist daran beteiligt und auch die kleinen Kinder helfen mit. Wir haben beobachtet, dass die Wäscherinnen die ganze Zeit im Fluss stehen und wir können euch sagen, das Wasser ist wirklich sehr kalt.
In unserem Haus wird „etwas moderner“ gewaschen. Zwar ist das Vorgehen das selbe, jedoch findet der Waschtag auf dem Hausdach statt und es steht eine Art Waschbecken aus Stein zur Verfügung (siehe Photo Sandy beim Waschen). Allerdings waschen wir hier nicht selber, sondern zweimal pro Woche kommt eine Haushaltshilfe, die unter anderem auch unsere Wäsche macht.

Am Wochenende haben wir zwei Ausflüge gemacht. Am Samstag waren wir mit der Schule auf einer Wanderung zu der Cueva von Chobshi. Die Wanderung in der Natur Ecuadors war unbeschreiblich schön und das Wetter war einfach herrlich. Die „Höhle“ war mehr eine Art „Unterstand“ im Fels und für uns nicht sehr beeindruckend (im Vergleich zum Höllloch in der Innerschweiz, meint Sandy). Während der Wanderung waren wir in einem kleinen Museum, in welchem wir einiges über die frühere Kultur und Lebensweise der Menschen erfahren haben.
Übrigens, die Zubereitung der Schweine ist auch eine spezielle, die wir hier kurz beschreiben möchten. Den toten Schweinen werden die Haare mit einem Bunsenbrenner abgebrannt, diese mit einem Messer abgeschabt und danach werden die Tiere abgewaschen. Die oberste Hautschicht wird knusprig gebraten und abgetrennt; „cascerita“ nennt sich dies. Mit Salz und Salsa verzehrt, ist dies ein Genuss (Francois hat es natürlich sehr geschmeckt). Erst dann werden die Schweine ausgenommen, zerlegt und verwertet.

Am Sonntag haben wir nach einem kurzen Zwischenstop in Cañar, wo wir den Sonntagsmarkt dieses wichtigen Handelszentrums besuchten, die Ruinen von Ingapirca besichtigt. Ingapirca bedeutet „Inkamauer“ und ist die besterhaltene Ruine aus der Inkazeit in Ecuador. Die ältesten Teile der Anlage entstanden um 800 n. Chr. und wurden von den Cañari erbaut. Heute sieht man nur noch die Grundmauern der Tempelburg und und es kann nicht mehr genau nachvollzogen werden, was die einzelnen Gebäude einmal waren; Stallung, Schlafzimmer oder Gebetsraum. Der „Templo del Sol“ wurde erst viel später, Ende des 15. Jh., von den Inkas gebaut. Achtet mal auf die abgerundet bearbeiteten, präzis zusammengefügten Steine des Tempels im Gegensatz zu den anderen Mauerwerken. Bei der Betrachtung der 4 ha grossen Anlage, der geografischen Ausrichtung, der mächtigen Steinquader und des ellipsenförmigen über allem erhabenen Sonnentempels, lässt sich die strategische Bedeutung von Ingapirca wohl erahnen. Es gäbe noch viel zu erzählen, warum die Anlage die Form eines Pumas hat, die Beziehung zwischen Mond und Sonne, Frau und Mann, Geburt und Tod, die Gesetze usw. Das würde hier allerdings den Rahmen sprengen und wir berichten darüber gerne nach unserer Rückkehr.

An einer weiteren Beobachtung wollen wir euch teilhaben lassen. Weder in der Zeitung noch sonstwo sieht man hier in Cuenca eine Wetterprognose. Warum auch … das Wetter ist unberechenbar und kann sich sehr schnell ändern. Nur in einzelnen, sehr lokalen Gebieten, bspw. an Küstenabschnitten oder in bestimmten Tälern, wird versucht das Wetter vorauszusagen. Am besten also, man schaut morgens aus dem Fenster, zieht sich entsprechend an und nimmt auf längere Ausflüge eine Regenjacke mit.

Liebe Grüsse und schaut unbedingt immer mal wieder ins Fotoalbum
Sandy & Francois

Neueste Beiträge

  • Geschützt: Ein letztes Mal 3. März 2020
  • Geschützt: Culture, Beach, Sunset, Fun 25. Februar 2020
  • Geschützt: Hitzefrei 21. Februar 2020
  • Geschützt: 2570 bis 3152 MüM 17. Februar 2020
  • Geschützt: Highlight und Klassengesellschaft 14. Februar 2020

Kategorien

  • Adoption AB 2019 (21)
  • Adoption BIS 2009 (6)
  • Ecuador Sprachschule (6)
  • Kolumbien Sozialeinsatz (23)

Zeit Schweiz Kolumbien

  • Schweiz
  • Colombia
© 2026 family rappoberger | Powered by Minimalist Blog WordPress Theme