Liebe Freunde
Wir möchten in unserem Blog über unser Projekt „Auslandaufenthalt / Sozialeinsatz“ berichten. Sandy und ich gehen für einige Monate nach Südamerika, um als Volontäre in einem Projekt in Kolumbien mitzuarbeiten. Während unserer Abwesenheit werden wir auf diesen Seiten unsere Reiseberichte, Erfahrungen und Photos publizieren.
Schon seit einigen Jahren begleitet uns der Gedanke in einem sozialen Projekt in Südamerika mitzuarbeiten. Diese Idee reift schon sehr lange und ist nun Ende letzten Jahres immer konkreter geworden. Diverse Gründe haben uns dazu bewogen, dieses Vorhaben jetzt in die Tat umzusetzen. Einer der Gründe ist sicherlich die Situation, dass wir uns in einem Adoptionsverfahren eines Kindes aus Kolumbien befinden. Es scheint mir wichtig hier anzumerken, dass dieser Einsatz nicht direkt mit der Adoption zu tun hat. Vielmehr möchten wir die Zeit während wir auf das Kind warten nutzen, um das Ursprungsland, die Kultur, die Sprache, die Leute, die schwierigen Umstände im Land aber auch die Schönheiten kennen zu lernen zumindest damit beginnen und soviel wie möglich an Erfahrungen und Eindrücken mitnehmen, um dies dann später unserem Adoptivkind vermitteln zu können.
Am 2. August 2008 fliegen wir ab um für einen Monat in Cuenca, Ecuador, einen monatigen Sprachaufenthalt zu machen. Ab Anfang September sind wir dann in Pasto (Provinz Nariño) in Kolumbien. Ich werde da für drei Monate und Sandy für fünf Monate im Kinder- und Waisenheim Hogar de Maria arbeiten. Aber machen wir mal eine kurze Rückblende, um einige Fragen zu klären. Warum Kolumbien? Was für ein Projekt genau? Wer hilft euch dabei? und und und ?
Mitte 2007 haben wir begonnen uns nach Projektmöglichkeiten umzusehen und nach einigen Recherchen haben wir uns bei vier Organisationen für Projekte im Norden Südamerikas beworben. Drei von den vier Organisationen meinten, wir seien entweder zu alt 😉 oder die gewünschte Aufenthaltsdauer von 3 5 Monaten sei zu kurz. Voyage Partage sieht das anders und die Projekt-Verantwortliche, trat sogleich mit uns in Kontakt, um Ressourcen, Möglichkeiten und weiteres Vorgehen abzuchecken.
Gleichzeitig haben wir uns weiterhin umgehört, ob es denn überhaupt Projekte in Kolumbien gibt. Unsere Nachforschungen ergaben, dass dies schwieriger zu sein scheint, als wir anfänglich gedacht hatten. Wer will schon nach Kolumbien?! In einem Zeitungsbericht im Rheintaler haben wir dann von den Franziskaner Ordensschwestern aus dem Franziskusheim in Oberriet erfahren, die sich vor vielen Jahren aufgemacht haben, um Hilfe und das Evangelium in die armen Länder dieser Welt zu bringen. Unter anderem haben die Franziskanerinnen in Peru, Ecuador, Kolumbien usw. Kinderheime, Strassenprojekte, Schulen und vieles mehr aufgebaut. In dem Zeitungsbericht stand auch, dass diese Schwestern einen Stand am Oberrieter Herbst-Markt hätten, an welchem sie selbstgemachtes aus Südamerika verkauften. Wir ergriffen diese Gelegenheit, gingen an besagten Marktstand und lernten die verantwortliche Person der Missionsprokura des Franziskusheimes, Laura Schmiedeknecht, kennen.
Nach einigen Gesprächen und einem ersten Treffen, in welchem uns Laura Schmiedeknecht vieles über die Arbeit der Schwestern im Ausland berichtete, haben wir gefragt, ob sie auch Volontäre in ihren Projekten einsetzen. Wir erhielten die Antwort, dass sie dies tun, jedoch nur in Begleitung von einer seriösen und professionellen Organisation und diese Organisation sei Voyage Partage. Welch ein Zu-Fall, die selbe Organisation. Unser Gefühl, dass wir auf dem richtigen Weg sind wurde noch durch einen weiteren Faktor bestätigt. Zwei gute Freunde, Markus & Petra, haben vor einiger Zeit mit „Voyage Partage“ Einsätze in Peru und auf den Philippinen gemacht. Auch von ihnen konnten wir nur gutes und bereicherndes über ihren Einsatz und die Organisation erfahren.
Voyage Partage gründet auf christlichen Werten und bereitet alle Volontäre eingehend auf ihren Einsatz vor. Diese beiden Punkte waren und sind uns wichtig. Somit nahmen wir an mehreren Treffen und zwei Vorbereitungswochenenden teil. Inhalt dieser Weekends waren Erfahrungsberichte von zurückgekehrten Volontären, Chancen und Risiken kennen lernen, Umgang mit fremden Kulturen und Bevölkerungsgruppen, Krankheiten, Speisen und Getränken, Barrieren, Vorbereitungs- und Verarbeitungsprozesse und vieles mehr. Die Wochenenden waren sehr intensiv und sehr, sehr lehrreich. Spannend ist es nun bereits Leute zu kennen, die zwischenzeitlich bereits in Projekte entsandt wurden und deren Erlebnisberichte zu lesen. Unsere Einstellung ist ja, offen über Situationen zu reden, im Glauben daran, dass sich immer wieder Türen öffnen. So haben wir durch Gespräche nun schon einige Leute kennen gelernt, die wir treffen können wenn wir in Ecuador und dann in Kolumbien sind. Die Welt ist ein Dorf. Bekannte Gesichter auf fremden Kontinenten zu treffen ist immer wieder für alle ein besonderes Erlebnis.
Es sind nun nur noch wenige Wochen, bis wir unser Abenteuer starten. Ein Grossteil unserer Vorbereitungsarbeiten ist abgeschlossen. Aktuell befinden wir uns noch in einem Impfmarathon, Sandy muss noch ihr Visum für den fünfmonatigen Kolumbienaufenthalt besorgen und privat und im Geschäft gibts noch einige Punkte abzuschliessen, resp. Arbeiten, Verantwortungen und Aufgabenbereiche an stellvertretende Personen abzugeben. Da Sandy ein halbes Jahr weg ist hat sie im Kinder- und Jugendheim gekündigt und ich werde nach meiner viermonatigen Auszeit meine Arbeit in der PC AG mit frischem Elan wieder aufnehmen. Somit erwarten uns in nächster Zeit (immer wieder) einige Veränderungen und wir sind gespannt, was wir in naher Zukunft erleben werden